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Geben und Nehmen: Feedback

Geben ist seliger denn nehmen – wenn es um Kritik geht, stimmt das meistens leider. Der Idealfall sieht aber umgekehrt aus. Wenn Kritik so konstruktiv ist, dass Sie dazu motiviert, Stärken weiter auszubauen und Schwächen auszumerzen, kann man sich darauf freuen, Kritik anzunehmen.

Für den optimalen, konstruktiven Verlauf des Feedbackprozesses müssen beide Seiten Regeln einhalten.

 

Geben

Für Schüler, die Feedback geben, könnten Regeln so aussehen:

  • Beurteile die Arbeit Deiner Mitschüler nur dann, wenn es gemeinsam vereinbart wurde: nicht davor und nicht danach. Ausnahme: Wenn Du darum gebeten wirst.
  • Sprich nur das an, was jetzt im Moment aktuell ist - nicht: "Im letzten Schuljahr hast Du auch schon dies und das gemacht".
  • Sag immer, was Dir gut gefallen hat, bevor Du etwas kritisierst.
  • Feedback soll ein Vorschlag zur Veränderung sein und helfen, nicht fertig machen. Achte darauf, nur über die Arbeit (Texte / Bilder/ Dateien) zu reden, nicht über den Mitschüler persönlich.
  • Kritisiere nur das, was Euer Mitschüler verändern kann. Sag konkret, was man verbessern kann: Beschreibe genau an welchen Stellen und was Du nicht so gut findest.
  • Jede Kritik ist subjektiv, das heißt, ein anderer könnte es ganz anders sehen: Sag deshalb nicht, dass etwas nicht gut ist / nicht verstanden werden kann, sondern: Ich finde das nicht gut, Ich verstehe das nicht.   
  • Das alles sollen nur Vorschläge sein, Dein Mitschüler muss nicht Deiner Meinung sein und muss das auch dementsprechend nicht zwangsläufig umsetzen. Sagt also nicht "mach das so", sondern "Ich würde das so machen" oder "Was hältst Du davon?" Begründe, warum Du eine Veränderung für sinnvoll hältst.

Nehmen

Für Schüler, die Feedback nehmen, könnten Regeln so aussehen:

Feedback nehmen ist ein bisschen wie Brötchen kaufen: da gibt es gesunde und ungesunde, leckere und nicht so leckere -  solche, die man besser kauft und solche, die man besser liegen lässt.
Nun, was gesund ist, lässt sich ziemlich genau begründen, lecker findet jeder etwas anderes. Daher:

  • Hör Dir das Feedback Deiner Mitschüler an und frag nach, wenn Du nicht sicher bist, was sie genau meinen (von welchem Brötchen sprechen sie?).
  • Rechtfertige Dich nicht: Alle wissen, dass Du gute Gründe hattest, bestimmte Dinge anders zu machen als es Deine Mitschüler vorgeschlagen haben (ein anderes Brötchen zu kaufen).
  • Schreibe alles auf und überleg in Ruhe, welche Vorschläge Du sinnvoll findest: Bei welchen Vorschlägen geht es um ein besseres Ergebnis oder eine bessere Note (gesundes Brötchen), bei welchen nur um persönliche Vorlieben (leckeres Brötchen)
  • Deine Mitschüler strengen sich an, Dir weiterzuhelfen. Greife sie also nicht an, nur weil sie etwas nicht so gut finden, das Du gemacht hast.

 

Weitere Informationen zum Thema Feedback finden Sie auf Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster teachSam Psychologie und in Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterThema 03: Unterrichtsbeurteilung auf dem Lehrerfortbildungsserver, praktische Anregungen bei Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstere-leo der Universität Trier.

Der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterHamburger Schulserver schlägt vor, Feedback in ein Rollenspiel einzubauen.

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