Abgrenzung LMS
Die Funktionen von Learning Management Systemen (LMS) überschneiden sich mit denen von Learning Content Management Systemen (LCMS) und Course Management Systemen (CMS). Dennoch unterscheiden sie sich von ihnen.
Alle diese Managementsysteme werden umgangssprachlich häufig als "virtuelle Klassenzimmer" bezeichnet, sind davon aber abzugrenzen; virtuelle Klassenzimmer bilden ein eigenes Werkzeug für E-Learning.
Content Management Systeme (CMS)
Ein Content Management Systeme ist eine Software zur Verwaltung und Organisation digitaler Inhalte. Die Inhalte können im Prinzip alle Dateiformate und Zwecke haben, sind also nicht auf das Thema "Lernen" beschränkt wie beim LMS. Mit CMS können Sie Statistiken erstellen, Daten verwalten oder einen Intranet-Auftritt organisieren.
Überwiegend werden CMS als Redaktionssysteme genutzt, um Inhalte für den Internetauftritt zu gestalten. Das E-Learning Portal ist beispielsweise mit dem CMS Typo3 erstellt. CMS treten in variierendem Funktionsumfang und unter unterschiedlichen Bezeichnungen auf, beispielsweise als Web Content Management System oder Enterprise Content Management System.
Einsatz im E-Learning
Das Beispiel Mutpol in Tuttlingen zeigt, dass man auch mit einem CMS erfolgreich E-Learning organisieren kann, indem man es als Plattform für Kommunikation und Nachrichtenforen oder zum Herunterladen von Lernkursen einsetzt. Allerdings weisen LMS als Lernumgebung noch mehr Funktionen auf, zum Beispiel wenn man dort Lernkurse direkt bearbeiten oder Testergebnisse automatisch auswerten kann. Mit einem CMS ist dies nicht möglich.
Grundsätzliche Überlegungen dazu lesen Sie auch bei
Peter Baumgartner / Marco Kalz (2004): "Content Management Systeme aus bildungstechnologischer Sicht." In: Content Management Systeme für e-Education: Auswahl, Potenziale und Einsatzmöglichkeiten. Hrsg. v. Peter Baumgartner u. a. Innsbruck: Studienverlag. 62 S. www.educa.ch
Course Management Systeme (CMS)
Ganz ähnliche Funktionen wie LMS haben Course Management Systeme (CMS). Mit Content Management Systemen haben sie also zunächst nur die Abkürzung gemeinsam. Sie haben die Funktionen von LMS (ohne Inhaltserstellung) oder LCMS (mit Inhaltserstellung).
Ihr Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig in der Verwaltung von Kursen sowie der Dinge (Inhalte) und Menschen (Lerner & Lehrer) um die Kurse herum.
Learning Content Management Systeme (LCMS)
Bei Learning Content Management Systemen (LCMS) dreht sich alles um das Erstellen, Wiederverwenden, Auffinden, Nachbearbeiten und Ausliefern von Lerninhalten (Content). Sie integrieren also
- Funktionen von Content Management Systemen – mit denen Inhalten erstellt, verwaltet und publiziert werden können, mit
- Funktionen von Autorensystemen, mit denen Lernkurse erstellt werden.
Im Gegensatz zu reinen Autorensystemen verfügt das LCMS über eine Userverwaltung, die es ermöglicht, verschiedenen Personen und Personengruppen bestimmte Rechte zuzuweisen. So können beispielsweise für fachspezifische Experten, Mediengestalter oder Projektadministratoren jeweils unterschiedliche Zugriffsfunktionen definiert und realisiert werden.
Einsatz für E-Learning
Mit ihren umfangreichen Funktionen schaffen LCMS für E-Learning praktisch einen unbegrenzten Gestaltungsraum. Um nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, empfiehlt sich der Einsatz von LCMs jedoch erst, wenn Lernkurse in größerem Umfang vorhanden sind und eine größere Zahl von Schülern die Lernumgebung langfristig nutzt.
Eine Gegeüberstellung von LMS und LCMS finden Sie auch bei
lerneffekt.de.







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