Tipps aus der Praxis: ein Mathematik-Lehrer berichtet

- Herr Stark im Unterricht
Erfahrungen mit E-Learning in der Mathematik hat Uli Stark, Lehrer am Mathilde-Weber-Schule in Tübingen und Projektlehrer im Arbeitskreis Mathematik im Projekt ARIMIS.
In einem Interview berichtet Herr Stark von seinen Erfahrungen:
elearning-bw.de: Wo Sehen Sie den Mehrwert des Zusatzaufwands?
Herr Stark: Klar muss man sagen, dass der Zeitaufwand immens ist und die Erstellung von solchen E-Learning-Kursen nur im Team zeitlich vertretbar ist, so wie das zum Beispiel im Projekt Vektorgeometrie geschehen ist. Die zunehmende Erfahrung zeigt, dass nur solche Kurse einen großen Mehrwert bieten, in denen die Schülerinnen und Schüler ein interaktives und sofortiges Individualfeedback erhalten - und genau diese Kurse erfordern die meiste Erstellungszeit. Die Tests, die die Schülerinnen und Schüler in solchen Kursen zur Erfolgskontrolle durchführen können, wirken ungemein motivierend.
Der Mehrwert des Zusatzaufwandes besteht für mich vor allem in der Individualisierung des Lernprozesses und in seiner Anpassung an unterschiedliche Leistungsniveaus, also in der Binnendifferenzierung.
Natürlich bieten sich auch vielfältige Möglichkeiten der Verwendung von diversen Medien und vielfältige neue Kommunikationsmöglichkeiten.
elearning-bw.de: Welche Teilgebiete eignen sich besonders für webbasierte Lernszenarien?
Herr Stark: Grundsätzlich gibt es hier keine Einschränkungen, wenn man über reine Materialsammlungen, was ja die meisten Kurse immer noch sind, hinausgeht. Besonders unterstützend sind natürlich Ergänzungskurse in Themenbereichen, in denen die dynamische Visualisierung eine Rolle spielt, denn das kann man im Tafelunterricht natürlich kaum leisten.
elearning-bw.de: Gibt es Tipps und Tricks aus der eigenen (Erfahrungs-)Schatzkiste?
Herr Stark: Tipps gäbe es jede Menge und die Öffnung meiner Schatzkiste würde den
Rahmen dieses Interviews sprengen. Nochmals betonen möchte ich aber,
dass E-Learning-Kurse nur dann eine hohe Akzeptanz und einen Mehrwert
erreichen, wenn diese über reine Materialsammlungen aus dem
herkömmlichen Unterricht hinausgehen und interaktive Elemente enthalten.
Verändert hat sich die Kommunikation mit den Schülern über die E-Learning-Plattform; in der Form, dass auch introvertierte Schülerinnen und Schüler plötzlich Fragen stellen, was diese im „öffentlichen“ Unterricht nicht wagen würden. Leider werden wohl aus dem gleichen Grund, die auch innerhalb der Plattform öffentlich sichtbaren Foren, weniger genutzt. Die Schüler schätzen insbesondere die zeitliche
Unabhängigkeit des Lernens im Kurs, die Möglichkeit auch außerhalb der Unterrichtszeit Rückmeldung zu bekommen.
Über veränderte Ergebnisse, also zum Beispiel bessere Noten, kann man natürlich aus der bisher kleinen Stichprobe kaum verlässliche Schlüsse ziehen, obwohl die Tendenz dies andeutet. Leider muss man feststellen, dass auch hier eher die sowieso schon motivierten Schülerinnen und Schüler die im Kurs vorhandenen Zusatzangebote mehr nutzen.
Mehr dazu
- Mehr über das E-Learning an der Mathilde-Weber-Schule in Tübingen
- Herr Stark über seine Erfahrungen mit Moodle
- Computersimulationen für das Fach Mathematik, bei denen Herr Stark im Rahmen der
Zentralen Projektgruppe Datenverarbeitung beteiligt ist, sind über das
Landesinstitut für Schulentwicklung zu beziehen.







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