Druckversion Landesinstitut für Schulentwicklung
E-Learning-Portal Baden-WürttembergLandesmedienzentrum Baden-Württemberg

Mehrwert E-Portfolio

Der Nutzen von E-Portfolios ergibt sich aus in ihrem Potenzial als Informations- und Kommunikationsinstrument sowie dem methodisch-didaktischen Mehrwert des Online-Mediums.

 

Informations- und Kommunikationsinstrument

Als Informations- und Kommunikationsinstrument sind E-Portfolios besonders geeignet, weil sie es erlauben,

  • auch solche Medien zu integrieren, die bei haptischen Sammelmappen bisher ausgeschlossen blieben,
  • Informationen sinnhaft zu organisieren und zu speichern,
  • Informationen ständig aktuell zu halten und durch Hypertext zu vernetzen,
  • Inhalte durch den Verweis auf die URL, unter der das Portfolio zu finden ist, leicht zu kommunizieren.

Methodisch-didaktischer Mehrwert

E-Portfolios verknüpfen mit formalem Lernen, informellem Lernen, nicht-formalem Lernen sowie zufälligem und beiläufigen Lernen alle Formen des Lernens, erklärt Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterPeter Baumgartner.

Das Learning Science Research Institute an der Universität Nottingham untersuchte die Bedeutung von E-Portfolios im schulischen Lernprozess. Eine PDF der Forschungsergebnisse kann beim Auftraggeber Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBecta.org.uk eingesehen werden.

Das Institut zeigte, in welchen Lernszenarien und mit welchen Wirkungen E-Portfolios eingesetzt werden können:

  • Feedback und Kollaboration
  • Präsentieren und Publizieren (von Arbeiten und Lernprozessen)
  • Engagement und Motivation
  • Leistungssteigerung
  • Kreativität und Selbstwert
  • Lebenslanges Lernen
  • Reflexion

(1) Metakognition

Den Mehrwert der Einsatzbereiche erläutert Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterPeter Baumgartner (2005): "Eine neue Lernkultur entwickeln: Kompetenzbasierte Ausbildung mit Blogs  und E-Portfolios." auf www.educa.ch

 

Er erklärt, E-Portfolios "kontrastieren die eigenen Lernvorstellungen mit den Ergebnissen und stellen der subjektiven Ansicht der Lernenden über ihren eigenen Lernprozess ein objektives Ergebnis gegenüber, das auch von anderen betrachtet und bewertet werden kann. [...] Entscheidend aus didaktischer Perspektive ist es jedoch, dass der Auswahlprozess für die (elektronische) Sammelmappe durch die Lernenden selbst erfolgt. [...] Die einzelnen Produkte im Portfolio werden dadurch zu kritisch reflektierenden Momentaufnahmen eines nicht nur langfristig angelegten, sondern auch autonomen Lernprozesses. Damit wird der Aufbu von metakognitiven Lernkompetenzen, die Metasicxht auf den eigenen Lernprozess, gefördert." (eigene Markierungen)

 

(2) Reflexion

Die Präsentation und gegenseitige Bewertung der Inhalte von Portfolios beinhaltet auch die Reflexion des Gelernten.

Wie wichtig die Reflexion im Lernprozess ist, ist von den verschiedensten Lerntheorien betont worden: Aus behaviouristischer Perspektive ermöglicht die Reflexion Schülern etwa zu überprüfen, ob sie die Lernziele erreicht haben, und Feedback einzuholen, das ihren Lernprozess bestätigt oder korrigiert. Aus kognitionstheoretischer Sicht fördert die Reflexion als Wahrnehmungs- und Gedächtnisbildung den Lernprozess. Nach konstruktivistischen Erkenntnissen trägt die Reflexion dazu bei, sich mit dem Gelernten auseinanderzusetzen und Wahnehmungs- und Handlungsschemata zu entwickeln.

 

(3) Soziale Kompetenzen

Die Auseinandersetzungen, die mit der Reflexion verbunden sind, fördern zugleich soziale Kompetenzen der Schüler. Nicht umsonst werden E-Portfolios häufig der social software zugeordnet, die kollaboratives Lernen ermöglicht. Für den Schulunterricht liefert dies Mehrwert, den der Dipl. Päd. Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterAlfred Klampfer, Virtuelle Portfolios im Bildungsbereich (2005) ausführlich erklärt.


Auch Peter Baumgartner spricht sich für E-Portfolios aus und zeigt sie als ideales Instrument, um den Prozess der Aneignung von Wissen zu unterstützen und eine Trainingssprache zu entwickeln, die solche Prozesse beschreiben kann.

P. Baumgartner: "Eine Neue Lernkultur entwickeln: Kompetenzbasierte Ausbildung mit Blogs und E-Portfolios" (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.peter.baumgartner.name)

 

(4) Medienkompetenz

Dass Auswahl und Reflexion der Inhalte nicht in einer haptischen Sammelmappe, sondern elektronisch erfolgen, liefert einen zusätzlichen Mehrwert:

Indem die Schüler lernen, mit verschiedensten Software-Angeboten umzugehen, aus einer Fülle von Datenmaterialien auswählen zu können sowie Daten zu sammeln und zu organisieren, fördern E-Portfolios den erfolgreichen Umgang mit moderner Informationstechnologie.  Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.eifel.org/portfolio

 

Alles in allem lässt sich zusammenfassen:

E-Portfolios fördern

  • Medienkompetenz,
  • kognitive Fähigkeiten in der Wissensverarbeitung,
  • konstruktivistische Lehrmodelle,
  • Selbststeuerung, die nach der Freinet Pädagogik zu freier Entfaltung der Persönlichkeit und Selbstverantwortlichkeit beiträgt,
  • Kommunikation und Social Networking,
  • lebenslanges Lernen.

Mit der Anleitung zu lebenslangem Lernen geht das E-Portfolio über den Schulkontext hinaus und kann ein Instrument der persönlichen Entwicklungsplanung (personal development planning) werden.

Konsequenterweise kann das E-Portfolio auch für die Lehrerausbildung genutzt werden. Das Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEuropean Schoolnet präsentiert Fallstudien von E-Portfolios in der Schüler- und Lehrerbildung, die nach dem EPICC-Schema entwickelt wurden. Mehr zu diesem Schema unter Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.epiccproject.info.

 

Ein Vlog zu Einsatzbereichen von E-Portfolios steht auf Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.uni-koblenz.de zur Verfügung.

 

Sehen Sie die Aufnahme des Live-Webcast zum Thema Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstere-Portfolio innerhalb der virtuellen Ringvorlesung von Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.e-teaching.org.

Hinweis: Die Thematik wird hier zwar in Bezug auf die Verwendung an Hochschulen besprochen, doch läßt sich Vieles daraus auch auf den schulischen Gebrauch übertragen.
Schüler sitzen am Computer
KleinMittelGroß Schriftgröße wählen