Druckversion Landesinstitut für Schulentwicklung
E-Learning-Portal Baden-WürttembergLandesmedienzentrum Baden-Württemberg

Kollaboratives Lernen

Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen...

So begründet eine Redewendung aus der Mongolei den Vorteil der Teamarbeit. Der Mehrwert kollaborativen Arbeitens für den Schulunterricht wird vom Konstruktivismus immer wieder betont. Das kollaborative Arbeiten beinhaltet soziale und metakognitive Prozesse, die den Wissenserwerb ergänzen und vertiefen.

 

Webbasierter Unterricht bedeutet nun nicht, den Knoten mit einer Hand knüpfen zu müssen, im Gegenteil. E-Learning Technologien bieten die verschiedensten Instrumente, um kooperativ oder kollaborativ zusammenzuarbeiten.

 

Eine Kooperation, die gemeinsame Arbeit an einer Aufgabe, wird immer dann unterstützt, wenn die Internetwerkzeuge es erlauben, zeitlich und örtlich flexibel auf die gleichen Daten zurückzugreifen oder Daten auf einer gemeinsamen Plattform abzulegen. Das ist bei Webzeugen zum Filesharing ebenso der Fall wie bei Lernmanagement-Systemen (LMS).

 

Eine Kollaboration geht noch weiter. Sie beinhaltet nicht nur die gemeinsame Arbeit an einer Aufgabe, sondern auch die

  • Interaktion im
  • transparenten Lernprozess,
  • in dem die Lernenden gegenseitig von unterschiedlichen Perspektiven profitieren.

 

Die Kollaboration kann mit Web 2.0-Anwendungen so weit gehen, dass sich so genannte Communities of Practice herausbilden, bei denen die Lernpfade nur noch wenig formalisiert sind:

 

"Die Individuen wählen selbst die Ziele, Inhalte, Strategien, Methoden und Kontrollmechanismen ihrer Lernprozesse. Der Erfolg hängt davon ab, dass hierfür solche Methoden entwickelt werden, die den Individuen helfen, ohne durch diesen externen Eingriff die Selbstorganisation der Communities zu behindern.“  (Erpenbeck/Sauter 2007, S. 138)

 

Ulrich Iberer und Ulrich Müller (2002) betonen, dass die Wahl der Sozialformen für E-Learning die Qualität des Kommunikationsprozesses wesentlich beeinflusst und stellen Szenarios von Sozialformen für E-Learning vor. Auch Jörg Zumbach (2002) präsentiert verschiedene Methoden, mit denen sozial eingebettete Lernprozesse mit dem Internet erreicht werden können, unter anderem

  • Kollaboration kann nicht nur als Sozialform gestaltet werden, sondern auch im Vordergrund des Lernprozesses stehen. Wir stellen Ihnen kollaboratives Schreiben als mögliches Unterrichtsszenario vor.
  • Welche kooperativen Formen, Wissen zu erlangen (Wissensarten) sich außerdem als Lernaktivitäten in einem webbasierten Kurs integrieren lassen, visualisiert Christian Swertz (2005):
Abb. 10, http://www.medienpaed.com/04-2/swertz04-2.pdf
Christian Swertz (2005) Abb. 10

Literatur

Erpenbeck, John/Sauter, Werner (2007): Kompetenzentwicklung im Netz. New Blended Learning mit Web 2.0. Köln: Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterLuchterhand.

 

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterUlrich Iberer / Ulrich Müller (2002): "Sozialformen für E-Learning".  www.neue-lernkultur.de/publikationen/sozialformen-elearning.pdf

 

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterJörg Zumbach (2002): " Weiterbildung online." In: Unternehmenskommunikation offline/online . Hrsg. v. C. Thimm. Frankfurt: Peter Lang, S. 260-288.

 

Zurück zu Informationsarchitektur in Lernkursen

Schüler sitzen am Computer
KleinMittelGroß Schriftgröße wählen