Kommunikation
Lernen ist ein sozialer Prozess. Auch durch webbasierte Kommunikation bleiben kognitive und affektive Aspekte des Präsenzunterrichts erhalten, erläutert Rourke (2001) im Journal of Distance Learning. Wie förderlich für den Lernerfolg Kommunikation auch beim E-Learning ist, zeigt eine Studie von Alan Rogers. Online-Studenten, die befragt wurden mit welchen Strategien sie erfolgreich waren, gaben an:
- Kommunikation und Interaktion trugen zum verbesserten Zeitmanagement bei.
- Diskussionen in Foren förderten das Verständnis und Memorieren des Gelernten, weil die Studenten die Lerninhalte und Probleme mit eigenen Worten erklären mussten.
- Online-Zusammenarbeit und Dialoge hielten die Motivation zu lernen aufrecht.
Reimann und Zumbach (2001) weisen daraufhin, dass die netzbasierte Kommunikation neue Möglichkeiten des Lernens eröffnet und hier etwa die Distribution von Informationen in der Gruppe erleichtert wird. Allerdings sei nicht zu leugnen
"dass die Virtualisierung von Interaktionen auch zu neuen Problemen führt. Bei der textbasierten, gleichzeitig meist asynchronen Gruppenarbeit gehen soziale Hinweisreize und damit auch viele Ressourcen, die üblicherweise beim social grounding eine Rolle spielen, verloren. Diese müssen daher durch andere Ressourcen kompensiert werden."
Als Strategien schlagen sie vor:
- die Unterstützung von Reflexionsprozessen (wie dies beispielsweise E-Portfolios und Whiteboards ermöglichen)
- themenorientierte Protokollierung durch die Schülerinnen und Schüler (etwa durch Chat oder Design wie Mind Mapping)
Mit der Herausforderung, kommunikative Prozesse im E-Learning zu erhalten und neue Kommunikationswege sinnstiftend zu nutzen, befasst sich der so genannte Konnektivismus. George Simens vom Red Rover College Winnipeg war der Erste, der eine Lernumgebung forderte, die der digitalen Generation gerecht wird. Sie werde es, wenn sie im Internet Möglichkeiten zu Interaktion schaffe, sodass Wissen kollaborativ aufgebaut und aktuell gehalten werden kann und Vernetzungen zwischen Ideen und Konzepten erkannt werden können.
Für die sinnvolle Integration webbasierter Kommunikation sind je nach technischer Lösung besondere Kommunkationsregeln und Aufgaben für die Lehrerrolle zu beachten. Kommunikation im Chat beispielsweise unterscheidet sich in Details von Kommunikation in einer Webkonferenz.




P. Reimann & J. Zumbach (2001): "Design, Diskurs und Reflexion als Zentrale Elemente virtueller Seminare." In: Partizipation und Interaktion im virtuellen Seminar. Hrsg. v. F. Hesse / F. Friedrich. München: Waxmann, S. 135-136.



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